Chronik
Christkönigkirche Krumbach
Die Gemeinde Krumbach, eine Filialgemeinde von Limbach, gehörte vor der Gründung der dortigen Pfarrei am 26. Januar 1426 zur Mutterkirche Hollerbach.
Franz Mainz verfasste als Schriftführer des Pfarrgemeinderates Limbach-Krumbach-Laudenberg anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Kirche Krumbach die folgende Kirchenbauchronik:
Seit vielen Jahren hegten die Einwohner von Krumbach den Wunsch, eine eigene Kirche zu haben. Kriege und schlechte Zeiten ließen ihn nicht in Erfüllung gehen. So blieb der Bevölkerung nichts anderes übrig, als zur Ausübung ihrer religiösen Pflichten in die Nachbargemeinde Limbach zu gehen. Doch die katholische Pfarrkirche in Limbach platzte aus allen Nähten, da sie den Zustrom der Flüchtlinge nach 1945 aufnehmen musste, und eine Änderung war dringend erforderlich.
Als eigentliche Initiatorin des Kirchenbaus in Krumbach kann man Rosa Grimm, die Gattin des Fabrikanten Anton Grimm, betrachten. Sie legte aus eigenen Mitteln den finanziellen Grundstock und war auch die treibende Kraft zur Tat. Mit der Gründung des Kirchenbauvereins wurde die Sache organisatorisch fundiert.
Die Gründungsversammlung fand am 18. Juli 1951 im Schulsaal statt. Anwesend waren von Krumbach 13 Bürger, darunter Alfred Weis, der frühere Bürgermeister der Gemeinde, und Pfarrer August Meier von Limbach. Der Vorstand wurde auf dieser Sitzung konstituiert.
1. Vorstand wurde Josef Schork, Stellvertreter der frühere Bürgermeister Alfred Weis, Schriftführer und Kassier Alois Ockert. Zweck des Vereins war laut Satzung die Pflege des Kirchenbaues und die künstlerische Ausschmückung des Gotteshauses. Schenkungen, Überlassung zinsfreier Darlehen, freiwillige Mitarbeit am Bau, das war das Eigenkapital des Vereins, noch hinzu kamen die Mitgliedsbeiträge, die in der Gründungsversammlung auf monatlich 50 Pfennige festgesetzt wurden.
Um die finanziellen Mittel für das gesteckte Ziel schnell zusammenzubringen, veranstaltete der Kirchenbauverein Bazare, führte öffentliche Sammlungen durch, bat unermüdlich um Spenden. Das tat er nicht nur in Krumbach oder den umliegenden Orten, auch Firmen in Heilbronn oder Mannheim wurden um Unterstützung gebeten. Selbst der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer in Rhöndorf oder der Markgraf Berthold von Baden in Salem, Prinz Max Eugen in Donaueschingen, der Fürst zu Leiningen in Amorbach erhielten Briefe, die alle denselben Inhalt hatten: die Bitte um eine Spende für den Kirchenbau in dem „kleinen Odenwald- und Diasporadörflein Krumbach". Und alle halfen mit und spendeten.
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Gründung des Kirchenbauvereins erteilte das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg am
10. Juli 1953 die Genehmigung des Kirchenbaus. Dem ging eine Unterredung des Alfred Weis mit Pfarrer Meier in Freiburg voraus. Architekt Werner Groh aus Karlsruhe wurde mit der Planung und der Bauleitung beauftragt.
Die Grabarbeiten begannen schon am 13. Juli 1953. Bürgermeister Weis, der vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung der Kirche der unermüdliche Motor war, forderte über die Ortsrufanlage die männliche Bevölkerung auf, mitzuhelfen und mitzuarbeiten. Wörtlich hieß es in diesem Aufruf: „Ich bitte alle Männer und Jungmänner von Krumbach, jetzt zu zeigen, dass wir nicht nur davon sprechen, eine Kirche zu bauen, sondern mit der Tat hinter diesen Worten stehen. Jeder wolle bedenken, dass wir mit diesem edlen Werk nicht nur uns, sondern auch unseren Kindern und Kindeskindern und allen künftigen Generationen dienen. Zeigen wir der Außenwelt durch unsere Leistung und unseren fleißigen Einsatz, dass wir hier in Krumbach verstehen, zusammenzuhalten und dadurch den uns gesteckten Zielen schnell nähern".
Dieser Aufruf tat seine Wirkung. Von nun an wurde unentgeltlich bei Tag und Nacht gearbeitet. Dadurch war es schon am 16. August desselben Jahres möglich, den Grundstein zu legen.
Die kirchlichen Feierlichkeiten wurden von Prälat Professor
Dr. Linus Bopp, Limbach, vollzogen. Am Tage der Grundsteinlegung hatte Krumbach 413 Einwohner, davon 391 katholisch.
Im Herbst 1953 wurde der Rohbau fertiggesellt und in den folgenden zwei Jahren der weitere Ausbau der Kirche. Dass der Bau der Kirche in diesem Ausmaß überhaupt möglich war, ursprünglich war lediglich eine Kapelle geplant, verdankt die Gemeinde der Firma Anton Grimm. Sie hatte zu jeder Zeit ihre Fahrzeuge und Arbeiter freigegeben und alle Materialien von jeder Entfernung her an die Baustelle gefahren.
Ein großer bedeutender Tag der Gemeinde war dann der 21. Oktober 1955. An diesem Tag erhielt die Kirche unter der frommen und freudigen Anteilnahme der gesamten Bevölkerung duch Missionsbischof Augustin Olbert ihre Weihe.
Der Kirchenfürst pochte
gemäß dem Weiheritus dreimal mit seinem Hirtenstab an die Tür der Kirche und nach dem Ruf: „Öffnet, ihr Fürsten, eure Tore, einziehen will der König der Herrlichkeit", wurde das Gotteshaus geöffnet. Die Kirche wurde Christus, dem König, als dem obersten aller Schutzpatrone anvertraut. Nebenpatrone wurden der heilige Nikolaus von Flüe und die heilige Elisabeth von Thüringen.
Der langgehegte Wunsch der Gläubigen von
Krumbach ging in Erfüllung. Sie hatten ihre eigene Kirche und durften nun von ihr Besitz ergreifen. Im August 1959 wurde die Kirche um drei Kunstwerke bereichert. Sie erhielt über dem Hochaltar ein Wandbild,das Christus den Allherrscher darstellt,
und jeweils ein Bild
an der Ost- und Westseite der Kirche.
Auf dem Fassadenbild
an der Westseite sind die
Heiligen Drei Könige
und auf dem Bild an der Ostseite der heilige Christopherus zu sehen. Gefertigt wurden diese Werke vom Kunstmaler Heinrich Bickel aus Garmisch-Partenkirchen. 
Drei Jahre später, am 20. Mai 1962, fand die feierliche Weihe der drei neuen Glocken statt.
In den Jahren 1976 bis 1979 wurde die Kirche renoviert.
Ein weiteres Kunstwerk bereichert seit dem 30. September 1979 das Gotteshaus. Auf der rechten Seite zum Choreingang wurde ein Wandbehang mit dem Bild des Heiligen Bruder Klaus von Flüe angebracht.
Der Entwurf dazu stammt von dem Kirchenmaler Joseph de Ponte. Der Wandteppich selbst ist ein Werk der Schwestern vom Balsbacher Clarissenkloster, die zur Anfertigung etwa 1000 Stunden benötigten.
Seit dem 23. November 1980, dem Tag der 25-Jahr-Feier, besitzt die Kirche auch eine Reliquie des heiligen Klaus von Flüe, die der Festprediger Dr. Martin Billinger aus Konstanz der Kirche vermacht hat. Die Reliquie stammt übrigens aus dem Besitz des aus Lauda stammenden Prälaten Johann Martin Schleyer, einem Vorfahren des durch Terroristen ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Dr. Billinger ließ die Reliquie in Form einer kleinen Monstranz durch den Goldschmied Bazek aus Konstanz fassen. Es ist nun beabsichtigt, diese Kostbarkeit in einem Schrein in der Kirche unterzubringen und zwar so, dass jedermann sie sehen kann. Es war Bürgermeister Herbert Zimmermann, der anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten durch ein Geldgeschenk den Grundstock zu diesem Reliquienschrein gelegt hat.
Am 20. Mai 1981 wurde der Reliquienschrein unterhalb des Wandteppichs angebracht; Er entstand aus dem Entwurf und der Ausführung des Kunstschmiedes Hans Fell, Würzburg.
Zum Jubiläum „50 Jahre Kirche Krumbach" erhielt die Kirche 2005 einen neuen Außenanstrich, der durch die großzügige Spendenbereitschaft der Bevölkerung und einem Zuschuss aus Freiburg ermöglicht wurde.









